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15. Februar 2020 | Markus Vogt
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Building Information Modeling

Die Digitalisierung macht auch vor der Bauindustrie nicht halt. Für viele ist Building Information Modeling (BIM) ein bereits bekannter Begriff. Dass digitales Bauen anspruchsvoll ist und kommen wird, scheint klar zu sein. Doch schnell digitalisieren wollen wir vorerst noch nicht. Zu groß ist die Angst vor Veränderung. Was die letzten 50 Jahre funktioniert hat kann so schlecht wohl nicht sein. Erst mal abwarten was die Anderen machen. BIM steckt ja noch in den Kinderschuhen – oder doch nicht? Dass Abwarten keine gute Taktik ist haben schon viele ehemals erfolgreiche Geschäftsmodelle schmerzvoll erfahren müssen. Kodak, Nokia und Co. lassen grüssen.

Veränderung schafft neue Chancen

Die Baubranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen und besser planen kann so schlecht wohl nicht sein? Also kein Grund Angst zu haben, denn Veränderungen sind immer eine Chance etwas besser zu machen. Das digitale Modell hilft zum Beispiel Fehler und Koordinationsprobleme frühzeitig zu erkennen und steuert den Datenfluss über den ganzen Lebensfluss des Objektes. Ein großer Teil der Kosten fallen bekanntlich nicht bei der Erstellung des Gebäudes an, sondern bei der Bewirtschaftung des Objektes. Hier lässt sich also eine Menge Geld sparen, doch das Problem liegt bis anhin darin, dass das billigste Angebot den Zuschlag bekommt. Die Frage auf Qualität und Nachhaltigkeit ist bei der heutigen Vergabe-Technik sekundär. BIM wird  oft darauf reduziert, dass das digitale Gebäudemodell ein Zwilling vom realisierten Gebäude ist. Klar steht das kontinuierliche Arbeiten an einem 3D-Modell im Mittelpunkt. Wenn man aber genauer hinschaut ist BIM viel, viel mehr. Mit „digitalem Planen und Bauen“ wird das Planen, Ausführen und und vor allem Bewirtschaften von Gebäuden mit Hilfe von digitalen Lösungen optimiert. Denken Sie nur an die neuen Möglichkeiten die benötigte Energie für das Gebäude mit Internet of things (IOT) intelligent zu steuern. Wie wäre es also, wenn der Bau-Zeitplan eingehalten wird, Fehler möglichst gar nicht auftreten und z.B. Vorfertigung oder fokussierte Bausitzungen ein relaxteres Arbeiten zulassen? Verbunden mit einer Wertschätzung für gute Arbeit und einem fairen Preis für die erbrachte Leistung. Klar ist: Die Karten werden neu verteilt.

Wenn vieles so viel besser wird was spricht gegen Digitalisierung?

Zunächst einmal schafft BIM Transparenz – was nicht jeder schätzt. Die Marge im Bausektor ist jetzt schon extrem dünn und irgendwie scheint man sich damit abgefunden zu haben unter großem Termindruck Fehler zu beheben und damit seine Wertschöpfung hart zu erarbeiten. Innovation und eine Änderung des Geschäftsmodelles sind tiefgreifende Änderungen die Zeit brauchen. Und somit machen wir uns erst daran Prozesse zu digitalisieren. Poliere haben Handys, arbeiten mit Laserscanner oder erfassen Rapporte digital mit Notebooks. Das ist praktisch und reduziert Kosten. Digitalisierung von Prozessen hat aber mit ihrer eigenen BIM-Strategie nur bedingt zu tun. Digitalisierung braucht einen individuellen  Weg. Sie müssen sich damit auseinandersetzen wer die Standards und die Schnittstellen definiert und wie der Datenaustausch zwischen den Systemen zukünftig statt finden wird.

Was ist als zu tun?

Jedes Unternehmen muss für sich selber die strategischen Fragen stellen:

  • Was sind die zukünftigen Herausforderungen unserer Bauplanung?
  • Wer und Was sind die Treiber in der Baubranche?
  • Wo steht der Markt in 10 Jahren?
  • Wem nützt die höhere Produktivität durch BIM?
  • Wo liegt unsere zukünftige Wertschöpfung?
  • Was ist unsere BIM-Strategie, was ist unsere BIM-Agenda?
  • Wie sollen wir BIM einführen und unsere Mitarbeiter ausbilden?

Die Herausforderung

Es ist klar, dass der Druck vor allem auf kleine Unternehmen immer grösser wird. Selbst klassisches Gewerbe wie Maler oder Fliessenleger müssen zukünftig auch digital Medien beherrschen. Die Berufsprofile werden sich grundlegend ändern, wie auch die Arbeitsabläufe. Weg vom improvisieren zum besseren planen. Besser planen bedeutet aber auch höhere Planungskosten. Genau hier liegt Ihre Chancen. Die Karten werden neu verteilt. Marge und der Profit liegen zukünftig nicht mehr in der Fehlerbehebung mit möglichst vielen Regierapporten, sondern in der besseren Planung. Hier ist ein jeder gefordert und muss seinen unternehmerischen Vorteil künftig ganz anders verkaufen. Beginnen Sie Inhouse mit BIM: “Arbeiten Sie jetzt schon mit BIM-Tools und Abläufen. Somit sind Sie bereit für kommende BIM-Kundenprojekte.” Öffnen Sie sich der neuen Technik, denn BIM ist Cloud und ohne Cloud kein Cloudbasierter Austausch im Projektteam. Aus dieser Herausforderung müssen Firmen ihr Fachpersonal auf den BIM-Weg mitnehmen und weiter entwickeln. “The war of Talents” wird auch vor der digitalen Bauwelt nicht halt machen.

Die Zeit ist jetzt

Es stehen neue Herausforderungen an denen wir uns stellen Müssen. Megatrends wie das Vermeiden von fossiler Energie, Reduktion von Plastik oder Urbanisierung werden künftig auch den Bau entscheidend beeinflussen. England und die Nordic-Länder sind für neue Technologie sehr aufgeschlossen und haben bereits einen Vorsprung in der Umsetzung der Idee des digitalen bauens. Architektur hat auch einen besonderen Stellenwert und Funktion und Wahrnehmung soll das Land attraktiv machen. Ein Beispiel ist dieser futuristische Rastplatz auf den Vesteralen in Norwegen der den Autor mitten im nirgendwo zum staunen brachte.

Nutzen Sie Ihre Chance mit Marvo

BIM ist ein unternehmensübergreifendes Thema und wird den Markt grundlegend verändern und neu prägen. In Zukunft werden Bauunternehmen am digitalen Bauen kaum mehr vorbeikommen. BIM-Ready wird bei zukünftigen Ausschreibungen gefordert. Spätestens dann müssen Sie für die digitale Herausforderung bereit sein.

Nutzen Sie die Chance. Wir begleiten Sie gerne, wenn Sie Ihre Zukunft erfolgreich digitalisieren möchten.

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